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Der Vortrag

“Scrum ist leicht erklärt, aber schwer zu leben”, so heißt es. Die Realität in agilen Projekten – auch in jenen, die nicht nach Scrum arbeiten – bestätigt diese Aussage vielfach:

  • Der User Story “Als <Rolle> möchte ich <Funktion>, um <Motivation/Nutzen>” fehlt immer wieder der dritte, entscheidende (aber schwer zu formulierende) Teil.
  • Das Team soll selbstorganisiert arbeiten und doch “regiert” jemand ein ums andere Mal von außen hinein.
  • Die Definitions of Ready/Done sind mustergültig erstellt, werden jedoch nicht bei jeder User Story konsequent überprüft.
  • Ein festgelegtes WIP Limit wird immer wieder verletzt.
  • Die Velocity soll bestimmt werden, aber die Basisdaten werden nicht konsequent gemessen und notiert.

Warum ist das so? Reicht das agile Wertesystem nicht aus, um die wohlüberlegten und nachweislich funktionierenden agilen Vorgehensweisen erfolgreich zu nutzen? Was brauchen die Teams, um noch erfolgreicher Produkte zu entwickeln, sprich: das Richtige richtig zu machen?

Wir glauben, dass der agile Werkzeugkasten, gefüllt mit Konzepten, Prinzipien und Praktiken, seine Wirksamkeit nur dann voll entfalten kann, wenn er diszipliniert genutzt wird.

Leider hat das Wort “Disziplin” in unserer Kultur einen schweren Stand. Es wird oft im Widerspruch zur Kreativität gesehen. Wir wollen eine Lanze brechen für eine Tugend, die hilfreich wird, sobald man sie nicht zum Selbstzweck lebt. Und wir sind nicht allein. Bei unseren Recherchen sind uns viele disziplinierte Menschen aus verschiedenen Domänen (oder Disziplinen?) begegnet, die dieser Tugend einen Teil ihres Erfolges verdanken.

Genau besehen enthält der agile Werkzeugkasten sogar schon einige passende Tools, beispielsweise die Timebox. Aber wie können wir uns gegenseitig dabei helfen, noch disziplinierter zu sein, wo es für uns von Vorteil ist? Und wie können wir dabei sogar noch Freude haben? Einige Ideen wollen wir in dieser Session präsentieren, aber vor allem Teams dazu ermuntern, selber über den vergessenen Wert Disziplin nachzudenken und Wege zu finden, diesen sinnstiftend in den Projektalltag zu integrieren.

Was können die Teilnehmer mitnehmen:

  • Den Begriff “Disziplin” neu verstehen
  • Einen anderen Blick auf Disziplin als Erfolgsfaktor im Kontext agilen Vorgehens
  • Konkrete Anregungen, wie Disziplin zum agilen Wert werden kann
  • Ermutigung zu mehr Disziplin

Die Referenten

Rolf Dräther
Jahrgang 1962, lebt und arbeitet in Hamburg als selbstständiger Berater, Trainer und Coach. Er ist Certified Scrum Professional (CSP) und Certified Scrum Master (CSM), akkreditierter Trainer für das Team-Management-System von Margerison-McCann, systemischer Coach (EASC), Edutainer und Happyzentriker.

Aufbauend auf seinen langjährigen Erfahrungen mit objektorientierter und agiler Software-Entwicklung, seinem ganzen Wissen, Können und seiner Intuition unterstützt er Teams, Führungskräfte und Unternehmen bei der Einführung, der Anpassung und dem täglichen Leben von Wandel und agilen Vorgehensweisen.

Im Oktober 2014 erschien bei O’Reilly sein Buch “Retrospektiven – kurz & gut”. Er ist Ko-Autor von “Scrum – kurz & gut” (O’Reilly 2013), Sprecher auf (agilen) IT-Konferenzen und engagiert in unterschiedlichen agilen Communities.

Holger Koschek
Dipl.-Inform. Holger Koschek ist selbstständiger Berater, Trainer und Coach. Er begleitet Projekte und Organisationen bei der Einführung und Verankerung agiler Denk- und Vorgehensweisen im Produktmanagement, Projektmanagement und der Unternehmensführung. Dabei stützt er sich auf seine langjährige Erfahrung mit objektorientierter und agiler Softwareentwicklung. Holger Koschek ist (Ko-)Autor zahlreicher Fachpublikationen, u.a. “Geschichten vom Scrum” (dpunkt), “Scrum – kurz & gut” (O’Reilly) und “Management Y” (Campus). Er tritt regelmäßig als Sprecher auf Konferenzen auf und engagiert sich in verschiedenen agilen Communities.